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Unsere Ideen



Welche Idee steckt hinter dem Entdeckerdorf?  Wie sieht das Konzept aus und an wen richtet es sich?


Bei unserem Projekt geht es nicht nur um einen günstigen Urlaub. Es geht darum, gegen die allgemeine Entwicklung zu steuern. In unserer Gesellschaft laufen wir Gefahr, in einer zu sehr technisierten und komplizierten Welt unsere Kraft, Freude und Freundschaften zu verlieren. Das zieht natürlich vor allem unsere Kinder in Mitleidenschaft. Viele Kinder, vor allem jene aus der Stadt, leben entsprechend rastlos, stehen unter Leistungsdruck und deren Bedürfnis nach Nähe, Zeit mit ihren Eltern und und unverplanter Zeit wird kaum mehr nachgekommen. Zudem haben Kinder und Jugendliche häufig kaum mehr Bezug zur Natur. Ich bin davon überzeugt, dass wir alle, und vor allem Kinder, Naturerlebnisse brauchen um körperlich und seelisch gesund zu bleiben – wie etwa barfuß in einer Wiese laufen, den Duft von Blumen riechen, das Leben der Tiere beobachten und schlicht und ergreifend viel gesunde Luft.

Zudem können wir Eltern (gerade jenden, die eine kürzliche Trennung bewältigen müssen) die Möglichkeit geben aus einer gewissen Isolation heraus zu kommen, dem Alltag zu entfliehen, um im Entdeckerdorf neue Menschen zu treffen. Das Gespräch mit anderen Müttern und Vätern in ähnlichen Lebenssituation ist sehr wichtig für Menschen, die ihr Leben neu sortieren müssen. Obwohl die Eltern ihre Kinder um sich haben, fühlen sie sich oft alleine, da ihnen der Austausch mit anderen Erwachsenen fehlt. In der Großstadt ist es anonym und selbst Kinder finden oft an einem neuen Wohnort nicht gleich neue Freunde. Unser Entdeckerdorf ist klein, einfach, persönlich: Hier finden viele schöne Momente in einer Gemeinschaft statt.

Es gibt viele Familien, vor allem Alleinerziehende, die sich Ausflüge außerhalb der Stadt kaum leisten können. Es reicht vielleicht noch für eine Fahrkarte mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, aber eine Übernachtung im Grünen ist dann oft schon nicht mehr drin. Unser Entdeckerdorf richtet sich also an einkommensschwache Stadtfamilien. Es gibt in unserer Stadt zum Glück schon viele Ferienlager für Kinder. Wir weiten das Angebot noch aus, denn bei uns dürfen die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern Landluft schnuppern. Dann gibt es zum einen sicher weniger Heimweh und weniger Tränen als in einem Ferienlager. Zum anderen brauchen ja auch die Eltern die Erholung von der Stadt!

Weshalb sind private Initiativen dieser Art überhaupt notwendig? Ist ihr Engagement ein Ergebnis wachsender sozialer Ungleichheit, sind Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder schon zu früh und zu sehr auf Karriereoptionen fixiert, so dass Wesentliches, aber auf dem Arbeitsmarkt nicht verwertbares, wie ein Bezug zur Natur, vernachlässigt wird oder sind solche Projekte eher als ergänzende Freizeitoptionen zu betrachten?

Es ist tatsächlich zu beobachten, dass Eltern unter dem gesellschaftlichen Druck stehen, ihre Kinder schon sehr früh zu „akademisieren“. Als ich vor einigen Jahren einen Waldkindergarten gegründet habe, hat sich prompt eine Mutter angeboten, unseren Kindergartenkindern im Wald Englisch beizubringen. Viele Eltern glauben, dass ihre Kinder mehr Chancen im späteren Leben haben, wenn sie möglichst früh auf allen Ebenen gefördert werden. Meines Erachtens ist die Gefahr aber groß, dass Kinder unter diesem frühen Leistungsdruck resignieren und vor allem dabei etwas Entscheidendes verlieren, um ihr Leben als Erwachsene zu meistern: Nämlich Lebensfreude und Selbstbewusstsein. Ich bin davon überzeugt, dass es Kinder glücklich und selbstbewusst macht, wenn sie gemeinsam mit Gleichaltrigen etwa erfolgreich und ohne die Kontrolle von Erwachsenen eine kleine Steinbrücke über ein Bächlein bauen, damit sie es trockenen Fußes überqueren können. Das macht sie sicher glücklicher als mit drei Jahren Chinesisch zu lernen.

Beim Spiel in der Natur werden das Hören, Riechen, Schmecken, Tasten, Sehen sowie das Gleichgewicht und Bewegung gefördert. In der Natur werden wertvolle Entdeckungen und Erfahrungen gemacht, die für das gesamte Leben von großer Bedeutung sind.

  

Wie gestaltet sich ein Urlaub im Entdeckerdorf? Was können Kinder, und auch Eltern, alles erleben und zu welchem Preis?

Wir bieten einen Schäferwagen für eine Familie (vier Personen können darin übernachten) für weniger Geld als eine Jugendherberge kostet, an.  Wir stellen auch das Bettzeug, lediglich Bettlaken sollen die Gäste selbst mitbringen. Vor Ort haben wir einen großen Zirkuswagen, der als Küche und Aufenthaltsort dient. Dort können die Gäste selbst kochen. Derzeit entstehen Hochbeete zum gemeinsamen Gärtnern. Auf dem Gelände gibt es Beach-Volleyball-, Fußball- und Spielplätze. Außerdem einen kleinen Weiher, einen Waldlehrpfad, Bäche und ganz in der Nähe die Isar. Wir setzen in erster Linie auf Begegnungen der Kinder und Erwachsenen, denn aufgrund der geringen Größe unseres Dorfes geht es bei uns nicht so anonym wie in der Stadt zu. Kinder können gefahrlos ihre Umgebung erkunden, Ballspiele spielen, in unserem kleinen Garten Obst und Gemüse naschen, unsere Schafe füttern, Insekten beobachten, Staudämme und Waldhütten bauen, das Lagerfeuer mit neu gewonnenen Freunden genießen und vieles mehr.





                                                                 Die Fragen stellte Flo Osrainik




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